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GEGEN DIE KOSTEN DER FREIHEIT
"Gruppe kritischer Studenten" (Bonn) - "Gruppe Gegeninformation" (Köln) - "Gegenargumente" (Düsseldorf)
Nach dem schmählichen Ende des realen Sozialismus sehen es auch die kritischen Geister der Nation freiwillig ein:
Das System des Westens ist doch unschlagbar ökonomisch allen Alternativen überlegen, freiheitsmäßig überhaupt einzigartig, im Großen und Ganzen friedfertig; kritikabel höchstens darin, dass es noch nicht genug für die weltweite Durchsetzung so vorbildlicher Verhältnisse tut ... Dagegen spricht: ihre Vorzüge zeigt die mustergültige westliche Gesellschaftsordnung aber nur dann so richtig, wenn man gar keine anderen Interessen kennt als diejenigen, die darin die bestimmenden sind; wenn man gar keine anderen Erfolgsgesichtspunkte gelten läßt als diejenigen, die in der Weltdes Geschäfts und der staatlichen Gewalt herrschen; wenn man, umgekehrt, für die Massen auf dem Globus gar keinen
anderen Beruf in Betracht zieht als denjenigen, die nützliche Manövriermasse der Weltwirtschaft und der für ihr Funktionieren zuständigen Gewalten – oder aber zuviel zu sein. Einen Reichtum produzieren, von dem eine "kleine radikale Minderheit" enorm viel hat; die große Mehrheit der Leute unter Lebensverhältnisse setzen, in denen sie den Dienst am Eigentum anderer als ihre einzige Lebenschance be- und ergreifen und sich auch noch darum schlagen, benutzt zu werden: Das kann der
demokratische Kapitalismus wirklich erstklassig. Doch erweist sich diese Freiheit selbst als fadenscheinige Errungenschaft, weil ...
... sie tatsächlich eine Technik der Herrschaft und auf der anderen Seite das billige Selbstbewußtsein der Beherrschten ist.
... es vom Marktgeschehen nicht so sehr glanzvolle Versorgunsleistungen zu melden gibt, eher den Zweck der ganzen
Sache: das Geld und seine Vermehrung, sowie einige Härten, das Geldverdienen durch Arbeit betreffend.
... die demokratischen Regierungsart nur deshalb Komplimente auf sich zieht, weil manche Diktatoren brutaler verfahren
etwa so, wie Demokratien es sich für Notstandszeiten vorbehalten.
... sogar der Frieden, den die verantwortlichen Weltmächte hüten, weniger idyllisch aussieht, mehr nach zwischenstaatlichen
Gewalt- und Erpressungsverhältnissen, die die Völker für ihren Staat auszubaden haben.
Es liegt also gar nicht an einem besonders extravaganten Standpunkt der Redaktion, dass die politische Vierteljahresschrift
des Gegenstandpunkt-Verlags ein paar sehr abweichende Auffassungen und Argumente zu bieten hat. Es geht den Autoren
und Redakteuren im Gegenteil gerade nicht darum, die behandelten Themen der Zeit neu, witzig und einmal ganz anders zu sehen. Die Zeitschrift GEGENSTANDPUNKT bemüht sich um Erklärungen; und die laufen, wenn sie richtig sind, allemal auf
den Beweis hinaus, daß die wirklichen Verhältnisse ein wenig anders sind, als die amtierenden Fachleute für Wirtschaft, Politik und Moral & Weltanschauung sie sich und ihrem Publikum zurechtlegen. Weil es da viel und dauernd etwas Neues zu erklären und zurechtzurücken gibt, erscheint die Zeitschrift viermal im Jahr, ohne dass eine Marktanalyse das Bedürfnis danach ermittelt hätte...
... und weil diese Erklärung ein schwieriges Geschäft ist, treffen sich die rheinländischen Lokalgruppen des GEGENSTANDPUNKTS
(mitunter mehrmals) wöchentlich, um gemeinsam die aktuelle Weltlage zu besprechen. Alle Termine sind öffentlich.
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